Erinnerungen an einen großen Abend

Burg Falkenstein Minneturnier 2012

Rudi Strobel von DAZ-Video, begnadeter Mittelalter- Konzert-Filmer mit dem Auge für das treffende Bild zur Szene, hat uns auf der Burg Falkenstein am 4. August wieder die Ehre gegeben. Herausgekommen sind sehr schöne Filme zu den fünf „Traumpaaren des Mittelalters“, die sich im malerischen Hof der Vorzeigeburg im Ostharz präsentierten. Nun stehen die Filme auf dem Dingo-Kanal von You-Tube:

Tristan und Isolde, dargestellt von Hans Hegner und Dagmar Jahn, Erzählerin: Ursel Peters

Siegfried und Kriemhild, dargestellt von Gisbert Ostermann und Gerda Weinreich, Erzähler: Knud Seckel

Elisabeth und Ludwig von Thüringen, dargestellt von Eva Wachter und Sebastian Stüer, Erzähler (Dietrich von Apolda): Frank Limbach

Eleonore von Aquitanien und Henry II., dargestellt von Susanne Schmidt und Wilfried Staufenbiel, wechselnde Erzähler (Lothar Jahn, Reinhold Schmidt, Dagmar Jahn, Gerda Weinreich, Jan-Marcus Lapp)

Abaelard und Héloise, dargestellt von Frank Wunderlich und Claudia Heidl, Erzähler: Reinhold Schmidt.

Rudi ist damit wieder einmal eine würdige Dokumentation einer schönen Veranstaltung gelungen. Ein Dankeschön von allen Beteiligten!

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Falkensteiner Minneturnier: Ein Abend der Zweisamkeit

Tristan und Isolde beim Falkensteiner Minneturnier„L’ameir, l’ameir, das ist mîn nôt“, sangen Dagmar Jahn und Hans Hegner im schönsten Duett zur Lerchenlied-Melodie. Die Worte stammen aus dem großartigen „Tristan“-Epos des Gottfried von Straßburg, der als Wortakrobat mit dem dreifachen Sinn des Klanges „La mer“ jongliert: Das Meer, die Bitternis und die Liebe. Denn auf dem Meer, als beide ungewollt vom Liebestrank kosten, der sie auf eweig zusammenschmiedet, werden Tristan und Isole in eine bittere Amour fou hineingezogen. Der Spielmann und Ritter Tristan soll Isolde als Braut zu seinem Oheim und König Marke bringen. Von nun an geben sich beide schamlos in jeder unbeobachteten Minute einander hin, begünstigt durch einen gütigen König, der ihnen blind vertraut, auch als schon der ganze Hof der geheimen Liebschaft auf der Spur ist. Dingo-Sopranistin Dagmar Jahn und der Berliner Minnesänger Hans Hegner mit ihren ganz unterschiedlichen Stimmen boten eine Kurzfassung des Tristan-Epos beim 7. Minneturnier am 4. August auf Burg Falkenstein im Harz dar und wurden dabei zum „Traumpaar des Mittelalters“ gekürt.

Doch durchweg alle fünf Paare zeigten überzeugende Versionen mittelalterlicher Mythen (Siegfried und Kriemhild) oder historisch belegter Stoffe (Elisabeth und Ludwig, Abaelard und Héloise, Eleonore und Heinrich). Auch die anderen Damen des Musiktheaters Dingo Claudia Heidl, Susanne Schmidt, Eva Wachter und Gerda Weinreich machten dabei eine hervorragende Figur, in Zusammenwirkung mit bekannten Minnesängern. Das Konzept, erstmals nur Duette auf Falkenstein in den Wettbewerb zu schicken und das ganze mit viel theatralischen Elementen zu würzen, ging auf und sorgte für einen ganz besonderen Abend.

Im nächsten Jahr sollen die Lieder des Minnesängers Tannhäuser im Mittelpunkt des Minneturniers stehen. Vorgesehener Termin ist der 6. Juli.

> Rückblick der Mitteldeutschen Zeitung
> Rückblick im Mittelalter-ABC
> Fotoschau

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Dingo erneut im Heckentheater

Musiktheater Dingo in Kattenvenne 2009

Das Heckentheater in Kattenvenne ist ein ganz besonderer Auftrittsort. Am Schnittpunkt zwischen Kultur und Natur erlebten wir dort 2009 ein Konzert, das uns unvergesslich geblieben ist: Die Bühne einfach auf dem Rasen, der Auftrittsraum von Hecken begrenzt und durch skurrile Skulpturen bereichert, dazu ein großes und höchst aufnahmebereites Publikum! Nicht zu vergessen auch die freundliche Aufnahme durch die Veranstalter, die es an Speis und Trank für die Künstler nicht fehlen ließen, dazu ein schöner Sommersonnen-Nachmittag – man kann schon ins Schwelgen kommen… Damals spielten wir dort ein bunt gemischtes Programm aus Spruchgesang und Minneliedern, nun soll das Programm „Es stunt ein frouwe“ mit Frauenliedern des Mittelalters dort gezeigt werden.

Vier Damen zeigen, was die Trobairitz und weiblichen Trouvères zu singen und sagen haben, die Königinnen wie Eleonore und Blanka sowie die Mystikerinnen Hildegard und Mechthild. Sie werden verkörpert von Claudia Heidl, Dagmar Jahn, Katharina grote Lambers und Susanne Schmidt. Drei Männer wirken im Hintergrund, um die Auftritte der Damen ins rechte Licht zu rücken: Reinhold Schmidt, Jan-Marcus Lapp und Dr. Lothar Jahn. Natürlich reisen auch zahlreiche mittelalterlich inspirierte Instrumente mit nach Kattenvenne. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit diesem ganz besonderen Ort im Münsterland!

>> Diashow zum Auftritt 2009.

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Zurück vom Minnesänger-Wettstreit 2012

Minnesaengerwettstreit Burg Prunn mit Dingo

Wir sind zurück von der Burg Prunn und es war einfach ein Traum: Eine halbe Stunde vor der Veranstaltung ergossen sich noch die Schauer über die Burg, doch als das Publikum in den Burghof strömte, kam die Sonne mit aller Kraft hervor. Von da an fiel kein Tropfen mehr, so dass der Minnesänger-Wettstreit 2012 in der lauen Abendsonne über die Bühne gehen könnte, die alles in ein herrliches Licht tauchte. Die Dingo-Darsteller Gerda Weinreich und Bernd Bonnet eröffneten als Hadamar II. und Kunigunde von Laaber den Abend und hatten gleich eine Glanz-Szene. Als dann auch noch die jugendliche „minnigliche Frucht“ des Griesgrams Hadamar (verköpert von Chnutz vom Hopfen) frohgemut herbei eilte, hatte man das Publikum schon gewonnen, bevor der erste Ton gesungen war.

Doch als die fünf Sänger sich allesamt in großartiger Form zeigten und ein höchst abwechslungsreiches Programm zwischen unendlich trauriger Minne und zupackenden Rhythmen boten, stieg die Stimmung noch weiter an. Thomas Schallaböck, Hans Hegner, Knud Seckel, Frank Wunderlich und Holger Schäfer gaben ihr Bestes und wurden vom Spielleute-Ensemble Claudia Heidl, Jan-Marcus Lapp, Peter Krafft und Lothar Jahn flexibel unterstützt und getragen. Als Höhepunkt gab es dann von jedem einen Auszug aus dem Nibelungenlied, dessen Handschrift D ja auf Burg Prunn zur Zeit gezeigt wird. Auch Hadamar von Laabers Minne-Allegorie „Jagd nach Liebe“ wurde von allen fünf Sängern noch angesungen.

Anschließend hatte das Publikum die Qual der Wahl, die selten so schwer war wie an diesem Abend. Deshalb erhielt die schöne Kunigunde großen Applaus, als sie darauf hinwies, dass alle fünf den Preis verdient hätten. Die Nase vorn hatte am Ende Holger Schäfer. Er darf sich nun bereits zum zweiten Mal „Minnesänger des Jahres“ nennen und übernahm den Titel von Thomas Schallaböck.

>> Diashow von der Veranstaltung hier.
>> Mehr bei Minnesang.com.

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Radio-Aena: einstündige Sendung zu Burg Prunn

Am 9.6. findet auf Burg Prunn im Altmühltal der Minnesänger-Wettstreit 2012 statt. Thema ist der „Minnesang vom Donaustrand“.
Aus Anlass der Veranstaltung gibt es eine einstündige Sondersendung von Radio Aena, gestaltet und moderiert von Dr. Lothar Jahn. Die Sendung enthält Beispiele des frühen Donauländischen Minnesangs, Musik aus der Blütezeit des Hohen Sanges von Walther von der Vogelweide bis Reinmar von Brennenberg. Schließlich gibt es auch Auszüge aus dem Nibelungenlied, wovon eine wertvolle Handschrift auf Burg Prunn entstand. Plus ein Auszug aus der „Jagd nach Liebe“ des Minnesängers Hadamar von Laber, der eng mit der Burg verbunden war.

Zu hören sind alle Sänger des Wettbewerbs – Knud Seckel, Holger Schäfer, Frank Wunderlich, Hans Hegner und Thomas Schallaböck. Weitere Beispiele kommen von Musiktheater Dingo, Thomas Binkleys Studio für Frühe Musik, Dulamans Vröudenton und dem Clemencic Consort mit Sänger Eberhard Kummer.

>> Sendetermin: Mittwoch 6. Juni, 20 Uhr, www.radio-aena.de .

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Rückblick auf Konzerte im Mittelalterhaus

Mittelalterhaus Nienover

Im Mittelalterhaus Nienover gab es im letzten Jahr eine nette Konzertreihe zur Musik des Mittelaters, organisiert von Dr. Lothar Jahn, Leiter des Musiktheaters Dingo. Im Herbst wurde auch das Programm „Es stunt ein frouwe“ gezeigt. Die Organisatoren bedanken sich auf ihrer Website: „Acht Musiker konnte das Mittelalterkonzert an diesem Abend begrüßen. Die 5 Damen und 3 Herren überzeugten durch mitreißende Geschichten über Liebe und Leid, natürlich mit dem entsprechenden Funken Humor, und einer stimmlichen wie instrumentalen Vielfalt und Kraft, so dass die Besucher von Beginn in den Bann gezogen wurden. Es war ein wunderschönes Konzert und wir danken dem Musiktheater für diesen schönen Abend!“ Bitte, bitte, uns hat es auch Spaß gemacht.

Fotos von der Veranstaltung finden sich hier.

Auch die Einführungsveranstaltung mit Dr. Lothar Jahn und Holger Schäfer zur Geschichte des Minnesangs kam gut an. Ein Besucher wird auf der Website des Mittelalterhauses zitiert: „Ich bin sehr dankbar für den theoretischen Hintergrund des Minnesangs, der uns durch Herrn Jahn so freundlich, souverän und anschaulich vermittelt wurde.Herr Schäfer singt einfach wunderschön und zusammen mit seinem Harfenspiel merkt man: das ist eine Herzensangelegenheit, da tut jemand etwas, was seiner Persönlichkeit entspricht, was echt ist. Das tut gut! Faszinierend fand ich auch die Tatsache (vor allem als Info für meinen heranwachsenden Sohn) wie gut man doch einen gelungenen Abend so ganz ohne Technik und Elektrizität bestreiten kann. Das finde ich absolut nachahmenswert. Es braucht eben keine großen Effekte, wenn Menschen sich offen und freundlich begegnen.“

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Crossover der Zeiten und Kulturen in Coswig

Das Simonettihaus in Coswig bietet einen bemerkenswerten Saal. Das Gebäude hat seinen Ursprung im Barock, nach seiner jahrelangen Nutzung als Wohnhaus, später Altenheim hatte man ursprünglich den Abriss geplant. Aber vor 5 Jahren machte sich ein Verein an die Rettung und Renovierung – dies ist ein langwieriger und kostspieliger Prozess. So bot das Musiktheater Dingo Einblick ins Leben, Denken und die Musik von Frauen im 12. und 13. Jahrhundert in einem höchst anregenden Ambiente zwischen Barock und Baustelle, Patina und Restauration. Angesichts der 825-Jahr-Feier erinnert sich der Ort zurück an verschiedene Phasen seiner Geschichte, das spiegelt in diesem Jahr auch die „Katzenmusikreihe“ wider, die eine Wanderung durch die Zeiten anbietet. Für die frühen Tage war Dingo zuständig und traf trotz Fernseh-Fußball-Konkurrenz auf ein aufgeschlossenes, lebendiges, schmunzel- und applausfreudiges Publikum. Volker Riedel vom Simonettihaus und Peter Will vom Musiktheater Dingo hatten am Nachmittag noch eine beeindruckende Bühnenbeleuchtung zusammengestellt, die die Dingo-Damen voll zur Geltung brachte. Für viel Freude sorgten die Dispute zwischen Dame Margot und Dame Maroie, ob man einem Mann seine Zuneigung zeigen darf, das trotzige Abschiedslied an den eifersüchtigen Ehemann und die freche Falkenlied-Parodie des Mönchen von Salzburg. Aber auch die ausgiebigen meditativen Einblicke in das Schaffen von Mechthild von Magdeburg und der gerade heilig gesprochenen Hildegard von Bingen kamen in der hervorragenden Akustik des Saales gut zur Geltung. Das Konzert krönte einen sonnigen Tag an der Elbe – die Akteure von Dingo werden das Wochenende in guter Erinnerung behalten. Danke an den Verein für die herzliche Aufnahme!

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